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The Plot Against America av Philip Roth
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The Plot Against America

av Philip Roth

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4,28785517 (3.71)132
Info:

Vintage (2005), Paperback, 416 pages

Medlem:tsja
Samlinger:Ditt bibliotekVurdering:****
Emneord:Ingen
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Großartig. ( )
  buecherhexe | Dec 12, 2009 |
Was wäre gewesen, wenn? : Mit dieser Frage beschäftigt sich der 400 Seiten-Roman "Verschwörung gegen Amerika" von Philip Roth auf erzählerisch hohem Niveau.

Was wäre gewesen, wenn Franklin D. Roosevelt 1940 nicht für eine dritte Amtszeit gewählt worden wäre und in den Krieg gegen die Deutschen eingegriffen hätte? Was wäre gewesen, wenn statt dessen der erklärte Nazifreund Charles Lindbergh in Weiße Haus eingezogen, einen Nichtangriffspakt mit den Deutschen geschlossen, aus jüdischen Amerikanern "die Juden" gemacht und auch in Amerika die "Lösung der Judenfrage" auf die Agenda gesetzt hätte?

Vor diesem Hintergrund erzählt Philip Roth die Geschichte seiner jüdischen Familie und vermittelt durch das scheinbar Autobiographische noch mehr Authentizität. Vater Roth ist Versicherungsvertreter, die Mutter kümmert sich um die beiden Söhne Sandy und Philip sowie um den verwaisten Vetter Alvin. Die Familie hat sich ihren Status in der unteren Mittelschicht hart erarbeitet und sieht dies alles durch die Wahl des Antisemiten Lindbergh nun in Gefahr. "Angst" ist denn auch das erste Wort des Romans: "Angst beherrscht diese Erinnerungen, eine ständige Angst." Dabei dreht sich der Wind zunächst sacht: die Gräben, die der Wahlkampf zieht, sind tief und scheinen unüberbrückbar, und plötzlich werden die Roths für ihre Loyalität zu Roosevelt öffentlich zur Rede gestellt. Plötzlich ist das lange im Voraus gebuchte Hotelzimmer an andere (an Nichtjuden) vermietet und die herbeigeeilte Polizei ergreift unmissverständlich Partei für das Hotelpersonal. Plötzlich wandert der Filmvorführer Shepsie Tirschwell nach Kanada aus. Aus Angst. Wer regelmäßig die Beiträge für die Wochenschau auswählt, weiß Dinge, die andere nicht wissen.

All das hat natürlich Auswirkungen auf das Leben der Roths. Vetter Alvin zieht über Kanada in den Krieg gegen Nazi-Deutschland und kehrt bald als Invalide zurück. Und Wunden brechen auch in der heimatlichen Summit Avenue in Newark auf: Bruder Sandy lässt sich für ein Eingliederungsprogramm Lindberghs rekrutieren, Tante Evelyn heiratet einen umstrittenen Rabbi und gerät in den Dunstkreis der Regierung, das FBI interessiert sich plötzlich für die politischen Ansichten der Familienmitglieder, und Philip muss sehen, wie die stärksten Personen, die er kennt, Vater und Mutter, immer öfter die Fassung verlieren. Und dann geht beim kläglichen Versuch des inzwischen 9jährigen Philip, von zu Hause wegzulaufen, auch noch sein kostbarster Besitz, eine Briefmarkensammlung, verloren. Doch das Leben gerät vollends aus den Fugen, als die Roths wie viele andere jüdische Familien zwangsumgesiedelt werden sollen und die allgemeine Lage eskaliert, weil es im Wahlkampf 1942 nach der Ermordung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten zu Pogromen kommt.

Hier erlöst der Autor den Leser vom Unerträglichen und macht kurzen Prozess. Vielleicht erträgt Roth es selbst nicht weiter, wie sich die Dinge verselbständigen und überlässt es nun dem Leser zu spekulieren, was wohl gewesen wäre, wenn des weiteren ... Diese Zäsur mag man dem Roman denn auch neben dem etwas sperrigen Anfang als einziges ankreiden: die Auflösung ist die denkbar schlechteste, weil erstbeste. Auf jedem Schreibseminar dürften einem die Referenten einen solchen Schluss auszureden versuchen.

"Denn was ist Geschichte?" fragt Philips Vater an einer Stelle des Romans, und er beantwortet die Frage gleich selbst: "Geschichte ist alles, was irgendwo passiert. Sogar was einem ganz gewöhnlichen Mann in seinem Haus widerfährt auch das ist eines Tages Geschichte." Der Mikrokosmos Familie ist ein Rädchen im großen Weltenlauf. Und der Lauf der Geschichte ist das komlizierteste Uhrwerk des Universums. Etwas, das von Menschen beeinflusst werden kann und doch bequemerweise für einen Zufallsgenerator gehalten wird. Roth zeigt, dass wir die Wahl haben, welchen Weg wir gehen wollen. Und er zeigt die fatale Wirkung von Massendynamik und gesteuerter Massenhysterie. Aus dem fernen Amerika heraus verurteilt er das deutsche Volk nicht für das, was es getan und was es viel wichtiger unterlassen hat. Vielmehr weist er darauf hin, dass die Rattenfänger dieser Welt auch in gods own country eine Chance hätten. Und haben denn es lassen sich durchaus aktuelle Bezüge finden. Wer ist da schuld, wer unschuldig, und wer darf da über wen richten?

Roth lässt (ausschließlich?) real existierende Personen auftreten und entfernt sich geschickt immer nur Zentimeter von wirklichen Geschehnissen. Das wird deutlich, wenn man die Biographien und Auszüge aus einer Rede im Anhang liest: alles findet im Roman seinen Platz, nur verändert Roth subtil Perspektive und Kontext. Und gerade der Anhang zeigt die akribische Vorbereitung Roths auf seinen Roman. Es ist das Verdienst des Pulitzer-Preisträgers, dass der Leser trotzdem nicht unterrichtet, sondern unterhalten wird.

Philip Roth will nichts wegreden oder verharmlosen, und doch rückt er die reellen geschichtlichen Ereignisse in einen interessanten neuen Kontext. Dabei entstand ein überaus kluges Buch. Ein weiterer Qualitätstitel aus dem Hause Hanser.
  r1hard | Nov 22, 2009 |
A terrific book with a fatal flaw, it just dies out and leaves the reader hanging. If it were about three chapters longer and finished what the author so carefully built, it would rank among my favorite books of all time. But instead, you're left with too many questions - was it really a pogram or just mass panic? I wish I knew. My favorite quote from the book - "My father chooses resistance, Rabbi Bengelsdorf chooses collaboration, and Uncle Marty chooses himself." - sums up the book pretty well. ( )
  5hrdrive | Nov 15, 2009 |
This is a fictionalized account of author Philip Roth's life inserted into an alternative history in which a pro-Nazi, antisemitic Charles Lindbergh is elected President of the United States. The sinister spiral of subtly increasing control over Jewish Americans divides and damages Roth's family. The author's insight into the influence of social, economic and racist pressures on a family along with his character portrayal and beautifully crafted sentences make this an all-time great read. ( )
  givemeaname | Nov 11, 2009 |
Great pseudo-autobiographical 'what-if' story except the quicky ending. It's a shame because otherwise it's an excellent reading. ( )
  TheCrow2 | Sep 22, 2009 |
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Wikipedia in English (1)

The Plot Against America

Bokomtale

Amazon.com (ISBN 0618509283, Hardcover)

"What if" scenarios are often suspect. They are sometimes thinly veiled tales of the gospel according to the author, taking on the claustrophobic air of a personal fantasia that can't be shared. Such is not the case with Philip Roth's tour de force, The Plot Against America. It is a credible, fully-realized picture of what could happen anywhere, at any time, if the right people and circumstances come together.

The Plot Against America explores a wholly imagined thesis and sees it through to the end: Charles A. Lindbergh defeats FDR for the Presidency in 1940. Lindbergh, the "Lone Eagle," captured the country's imagination by his solo Atlantic crossing in 1927 in the monoplane, Spirit of St. Louis, then had the country's sympathy upon the kidnapping and murder of his young son. He was a true American hero: brave, modest, handsome, a patriot. According to some reliable sources, he was also a rabid isolationist, Nazi sympathizer, and a crypto-fascist. It is these latter attributes of Lindbergh that inform the novel.

The story is framed in Roth's own family history: the family flat in Weequahic, the neighbors, his parents, Bess and Herman, his brother, Sandy and seven-year-old Philip. Jewishness is always the scrim through which Roth examines American contemporary culture. His detractors say that he sees persecution everywhere, that he is vigilant in "Keeping faith with the certainty of Jewish travail"; his less severe critics might cavil about his portrayal of Jewish mothers and his sexual obsession, but generally give him good marks, and his fans read every word he writes and heap honors upon him. This novel will engage and satisfy every camp.

"Fear presides over these memories, a perpetual fear. Of course, no childhood is without its terrors, yet I wonder if I would have been a less frightened boy if Lindbergh hadn't been president or if I hadn't been the offspring of Jews." This is the opening paragraph of the book, which sets the stage and tone for all that follows. Fear is palpable throughout; fear of things both real and imagined. A central event of the novel is the relocation effort made through the Office of American Absorption, a government program whereby Jews would be placed, family by family, across the nation, thereby breaking up their neighborhoods--ghettos--and removing them from each other and from any kind of ethnic solidarity. The impact this edict has on Philip and all around him is horrific and life-changing. Throughout the novel, Roth interweaves historical names such as Walter Winchell, who tries to run against Lindbergh. The twist at the end is more than surprising--it is positively ingenious.

Roth has written a magnificent novel, arguably his best work in a long time. It is tempting to equate his scenario with current events, but resist, resist. Of course it is a cautionary tale, but, beyond that, it is a contribution to American letters by a man working at the top of his powers. --Valerie Ryan

(hentet fra Amazon Fri, 24 Apr 2009 07:58:12 -0400)

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